Spanische und portugiesische Grenzbefestigungen um 1660 und touristische Hinweise für heute

Kommentiertes Ortsverzeichnis und themenspezifischer, touristischer Führer

 

Ort

Seitenangaben (im Buch)

Touristische Standards

Ereignisse zu Schonbergs und anderen Zeiten

Gastronomie und Unterkünfte heute

 

Albuquerque (E)

76, 124, 159, 207, 226

Eine der wenigen noch gut erhaltenen und mächtigen Ritterburgen (Castillo da Luna, 13. Jhdt., von portug. Königssohn erbaut, heute Jugenherberge mit beeindruckendem Burgturm, auf Gra-nitfelsen über der Siedlung, umgeben von mächtigen mittelalterlichen Wehrmauern.) Im August Ritterspiele. Im Dorf ein typischer „Barrio medieval“. Kirche Sta. Maria del Mercado (14. Jhdt.), befestigter Glockenturm.

1220 schon lusitanisch. Der Platz war in der frühen Neuzeit mal portugiesisch, mal kastilisch.

1662 hätte ihn Schonberg gerne als Ersatz für Juromenha eingenommen, was aber nicht durch-ging. 1664 nahm ihn kurzfristig Marialva ein. Stadt und Wehranlagen blieben später von den napoleonischen Truppen und ihren Kanonen unzerstört.

Übernachten im Hotel „Machaco“** (Tel. 924 400 181, ca. 40 €)

 

Alandroal und Terena

73, 77, 90, 91, 128

Die zwei gut erhaltenen Burganlagen beherrschen die noch recht ruhigen Dörfer mit ihren net-ten Gässchen und Winkeln. In Alandroal auch Consolação-Kapelle, in Terena Kapelle Nossa Senhora da Boa Nova (der guten Nachricht), beide im portugiesisch-gotischen Stil.

Alandroal war Rückzugsstation des portugiesischen Heeres vor der Schlacht von Ameixial 1663 und der Zurückeroberung Évoras. Burgplatz in Terena geht noch auf Phönizier und Lusitanier zurück; später mächtige Anlage in der Linie der Grenzbefestigungen gegen Spanien.

Übernachten in Terena in der „Casa da Tapada d’Aldeia“ (Tel. 268 459 172, 80-90 €)

 

Arronches

65, 66, 73, 93, 98, 105, 106, 139

Festungsanlage inmitten eines verschlafenen Städtchens, das aber auch seine Reize hat. Kirchen aus dem 16. Jhdt., Brunnen, alte Brücke über den Caia. Felsmalereien in Esperança.

War oft umkämpft; hier hat danach keine Entwicklung mehr stattgefunden.

„O Minhoto“, kleines, traditionelles Restaurant im nahen Dorf Esperança; Übernachten in der Pension Sal-gueiro in Arronches.

 

Badajoz (E)

29, 31-32, 42, 65-66, 73, 78, 86, 101, 107, 110, 118, 127-129, 135, 145, 159-160, 205, 209, 222, 225

Ausgedehnte Gewerbe-Peripherie, geschäftige Altstadt, Zerstörungen im Bürgerkrieg 1936, viele „seelenlose“ Wiederaufbauten. Kathedrale San Juan mit bedeutenden Seitenaltären. Museu Ca-tedralico mit Barockgemälden (u.a. Luis de Morales), Museum der schönen Künste mit Werken von Zurbarán und Morales. Puente und Puerta de Palmas über den Guadiana (32 Bögen, 600 m Länge). Maurische alcazaba mit archäolog. Museum und schönen Anlagen. Moderne Kunst im Museo Extremeño e Iberoamericano de Arte Contemporáneo.

Bewohner lebten wegen der Nähe zu Portugal stets innerhalb der Stadtmauern, später nach Vauban verbessert. Den Portugiesen gelang es nicht, die Stadt einzunehmen, sie konnten diese Hauptfestungsanlage der Extremadura nie erobern. Die Belagerung von 1658 scheiterte kläglich. Im spanischen Bürgerkrieg wurden die Republikaner hier von den Faschisten gnadenlos niedergemacht.

Übernachten im großen, modernen Hotel „Lisboa“*** (Tel. 924 272 900, ca. 65 €), Essen eigentlich fast überall gut.

 

Barrancos mit Burg Noudar

131, 209

Abgelegener geht es kaum noch. Durch Wurst-, Schinken- und Käsefabrikation wieder aufstre-bende Grenzstadt. Spanische Nachbarstadt: Encinasola. Burg Noudar ist frisch restauriert. Von dort herrlicher Blick über menschenleere Landschaft und den Zusammenfluss von Ardila und Murtega. Auf dem Weg dorthin: Umweltzentrum der EDIA in der Herdade de Coitadinha. Na-turbeobachtungen: Adler!

Hat viel gelitten im kriegerischen Hin- und Her, auch unter den portugiesischen Soldaten; iden-tifiziert sich heute eher mit Spanien. Die Bewohner haben den spanischen Stierkampf mit Tö-tung des Stieres in Portugal durchgesetzt (Fiesta in den letzten Juli-Tagen).

Essen in „A Esquina“ (Tel. 285 958 694, Wild und schwarzes Schwein, ca. 10 €). Hotel „Agarrocha“*** (Tel. 285 950 680, ca. 50 €)

 

Beja

6, 124, 134, 136, 161, 176-179, 184, 220, 231

Castelo mit mächtigem Bergfried über weiter Ebene, Convento de Nossa Senhora da Conceição (Mariana!) mit zwei angeschlossenen, sehenswerten Museen (das für westgotische Kunst ist ausgelagert in der Capela Santo Amaro) und weiteren sehenswerten, da eigenartigen Kirchen (z.B. Santa Maria mit den Rundtürmen am Eingangsportal). Kleines Militärmuseum im Innen-hof des Castelo.

Der Ort war Garnisonsstadt für Schonbergs mitgebrachte, vor allem französische Soldaten. Ausgangspunkt für die Einnahme Sanlucars.

Essen und v.a. typische Ei-Marzipan-Produkte bei „Luiz da Rocha“ (284 323 179, ca. 10 €). Neu ist die Enoteca „Magna Casa“ für Wein und regionale Vorspeisen (R. Dr. Aresta Branco 45, sicherheitshalber reser-vieren: Tel. 284 326 287).

 

Borba

76-77, 86, 111, 113, 118, 128, 131, 223

Wein- und Marmor-Städtchen. Vor Ort abgebauter weißer Marmor wird fast überall verbaut, an Häusern und Kirchen, z.B. auch „Fonte das Bicas“. Kastell in Ruinen. Kirchen etwas außerhalb: Convento das Servas und São Bartolomeu (Marmorportal und Renaissance-Decke).

Auf dem Nebenweg nach Bencatel beim Convento da Luz das Schlachtfeld Montes Claros.

Übernachten in der kleinen „Casa de Borba“ (Tel. 268 894 528, 70-80 €) oder „Casa do Terreiro do Poço“ (Tel. 268 083 624, ab 80 €). Gute Gelegenheit, Antiquitäten einzukaufen. In der Adega Cooperativa de Borba (an der Straße nach Estrémoz) wird der „Montes Claros Reserva“ hergestellt; auf der Vignette die Ge-denksäule der Schlacht.

 

Campo Maior

65, 87, 100, 124, 128-129, 145, 161, 205

Pitoresques Bergstädtchen, im Osten von Burg überrragt und von gut erhaltenen Wehrmauern umgeben. Gotische Kirche mit Knochenkapelle. Schandpfahl. Markthalle in der Casa Antiga. Adelshäuser. Kaffee-Museum in Monte das Argamassas. Hier werden noch religiöse Bräuche am Leben erhalten, wie z.B. an Ostern.

Immer heftig umstritten zu Schonbergs Zeiten, da an der Elvas umgehenden Einfallsschneise der Spanier gelegen.

Essen u.a. im „ApertAzeite“, fast schon eine Art Olivenöl-Museum (Tel. 268 699 090, 15 €) und etwas modern aufgemacht – mit Hilfe von DELTA-Café, das dort seine moderne und im Vorbeifahren wohlriechende Produktionszentrale hat. Ü im Hotel Santa Beatriz, Tel. 268 680 040, 50-70 €

 

Elvas

6, 25-26, 31-32, 42, 65-66, 68, 73, 86-87, 101, 103, 110, 112, 127-129, 161-162, 164-165, 199, 203, 204, 205, 206, 209, 210, 211, 213

Wichtigste Grenzfeste nach Spanien hin mit Badajoz in Sichtweite. Ausgedehnte, doppelte Fes-tungsmauern um die Stadt herum, später nach Vauban verbessert. Außenanlagen Forte da Graça (18. Jhdt. nach Plänen des Grafen Schaumburg-Lippe) im Norden und Forte de Santa Luzia (17. Jhdt.) im Süden; Aquädukt von Amoreira im Westen (7 km lang, bis 30 m hoch); Altstadt mit schönen Plätzen (z.B. Largo Santa Clara mit altem Pranger), altem Rathaus mit Arkaden-Loggia, massiv wirkender Bischofs-Kathedrale (Sé) und Burganlage mit wuchtigem Bergfried ganz oben. Im Forte de Santa Luzia sehenswertes Militärmuseum und Möglichkeit, den ganzen Stern abzu-schreiten.

Das alte Helvia der Römer. Mächtigste Grenzbefestigung der Portugiesen. Ende 1658 von den Spaniern eingenommen und Ende Januar 1659 von den Portugiesen zurückgewonnen. In der Hochsaison heute von friedlichen Spaniern überlagert; früher hatten die umgebenden Ortschaf-ten unter ihnen zu leiden, wenn sie durchzogen.

Phantastisches aber auch hochpreisiges Essen im nahen Terrugem („A Bolota“,Tel. 268 657 401, 25 € ), dort auch Lederwaren. Sehr familiäre Atmosphäre in der „Taberna do Adro“ in Vila Fernando (Tel. 268 661 194, 16 €). Die kandierten Pflaumen nicht auslassen (ameixas). Hotels alle außerhalb. Übernachten nach dem Abendessen besser im nahen Borba.

 

Estrémoz

19, 32, 42, 65-66, 68, 73-74, 78, 86-87, 89, 93, 99, 101, 104, 111-113, 117, 120-121, 128, 132, 134-135, 159, 163, 179, 199, 222, 224, 226

Kastell mit altem Bergfried, relativ moderne Festungsanlage, nach Vauban verbessert. Pousada und Kirche Santa Maria in der Oberstadt mit phantastischen Sonnenuntergängen; bemalte Ton-figuren (wie in Saramagos „Das Zentrum“) im Museu Municipal neben dem Kastell. Nette Plät-ze und Parks in der Unterstadt. Alte Kavalleriekaserne im Franziskanerkloster. Marmorbrüche um die Stadt herum.

Von Schonberg zum Hauptquartier im Alentejo erwählt. D. Luisa de Gusmão gab 1659 in Auf-trag, zu Ehren der Hl. Isabel, der Rainha Santa, eine Hauskapelle oben am Palast anzubauen. Ein paar Kilometer Richtung Sousel auf der EN 245 das Schlachtfeld von Ameixial (1663).

Ein Spitzenrestaurant neben der Pousada oben („Sao Rosas“, 268 333 345, ca. 35 €), und ein überaus befrie-digendes unten am Stadtplatz („Águias d’Ouro“, Tel. 268 339 100). Übernachten nur sehr gehoben in der Pousada „Rainha Sta. Isabel“ (Tel. 268 332 075, 150-200 €) oder im „Páteo dos Solares“ (Tel. 268 338 400, ab 150 €)

 

Évora

6, 42, 57, 61, 74, 82, 86-87, 89-93, 98-102, 105, 108, 117, 161, 165, 204, 206, 211, 220, 221, 224

Weltkulturerbe mit gut erhaltenem Tempel aus der Römerzeit. Im 16. Jhdt. Jesuiten-, Universi-täts- und königliche Residentzstadt mit alten Palästen, Kunstwerken. Gotisch-spätromani¬sche Kathedrale mit den 12 Aposteln am Portal und gotischem Kreuzgang; der Vorplatz ist nach dem Marquês de Marialva benannt (es gibt auch einen nach dem Conde de Vila Flor). Kirchen mit Rundtürmen, Klöster mit Kreuzgängen. Sehenswerte Museen. Auch die alte Universität ist besichtigenswert. Die Galeria das Dames ist der erhaltene Rest der königlichen Residenz von D. Manuel I. Zwei Renaissance-Brunnen. Auf der Praça do Giraldo, richtete die Inquisition öffent-lich hunderte von Menschen hin. Südlich des Stadtgartens Reste der nach Vauban verbesserten Wehrmauern. Megalithische Kultstätten im Umland (z.B. Zambujeiro und Almendres)

1663 waren einige Forts im Verteidigungsring noch nicht gut genug ausgebaut worden, zum Beispiel Santo António und Nossa Senhora dos Remédios an der Pforte nach Alconchel. Am 16. Mai 1665 richteten die Spanier ihre Artillerie auf die Porta de Aviz und ihre Kavallerie richte-te sich am Rocio de S. Braz, in der Nähe des Flusses Degebe ein. Am 18. Mai wurde der Con-vento do Carmo eingenommen, von wo aus die Porta da Alagoa beschossen werden konnte. Gute Stadtpläne bei den Turismo-Posten.

Exzellent Essen im „Fialho“ (Tel. 266 703 079, ca. 24 €), in der „Cozinha de Sto. Humberto“ (Tel. 266 704 251, 20-25 €) oder im „Luar de Janeiro“ (Tel. 266 749 114/5, 22 €). Übernachten im romantischen und zentral gelegenen „Solar Monfalim“ (Tel. 266 750 000, ca. 80 €) oder preiswerter im „Évora Hotel“ (Tel. 266 748 800, ca. 70 €) oder im „Ibis“ (Tel. 266 760 700, 50-60 €)

 

Évoramonte

87, 89, 93, 104

Imposante Burg in der mittelalterlichen Oberstadt mit angesetzten Rundtürmen und gotischen Innenräumen (1. Hälfte 16. Jhdt.)

An der alten Heerstraße (heute EN 18) zwischen Estrémoz und Évora, oft Station für Schon-berg und seine Truppen; hier erfuhr er auch von der verräterischen Übergabe Évoras.

Essen im „A Convenção“, evtl. auch Zimmervermietung (Tel. 268 959 217, ca. 30 €)

 

Juromenha

73-74, 76-77, 90, 118, 131, 136, 145, 159-160, 221

Momentan noch eine beeindruckende Ruinenstätte hoch über dem Guadiana, der hier noch leicht rückgestaut ist. Soll alles wieder rekonstruiert und zu einem qualitätstouristischen Groß-projekt aufgewertet werden.

Ging 1662 an Spanien verloren und kam erst mit dem Friedensvertrag 1668 wieder zurück.

Liegt sehr abgelegen, man ist (2008) noch auf mitgebrachte Brotzeit und Wasserflasche angewiesen.

 

Lisboa

11-12, 20, 23, 25, 27, 29, 31-33, 41, 49, 50, 57, 66, 72, 74, 78-79, 84-85, 87, 89-91, 100, 103-105, 108-110, 112, 117, 119, 121-122, 125, 130, 133, 135-137, 139-140, 142, 144, 146, 148, 155-157, 161-165, 175, 178-179, 184, 186, 191, 193, 198-199, 203-204, 206, 208, 210-213, 227

Grandiose und gleichzeitig anheimelnde europäische Kulturhauptstadt mit den Residenzen der portugiesischen Könige (Ajuda/Belem und am Terreiro do Paço) und den für die Seefahrer so wichtigen Quais zum Tejo hin. Übersät mit Kirchen und Klöstern meist barocker Bauart und wirklich sehenswerten Museen. Empfehlung auch mit Bezug auf die Schonberg-Zeit: Mehrma-lige Rundfahrt mit der Trambahn 28 (mit Ausstiegen unterwegs). Die Unterstadt (Baixa) ging 1755 durch ein Erdbeben völlig unter und entstand unter dem Marquês de Pombal wieder neu.

Schonberg hielt sich hier oft bei Hof auf. Aus seiner Zeit zeugen Ausstellungsstücke im Museu Militar (gegenüber dem Bahnhof Sta. Apolónia). Der hohe Obelisk an der Praça dos Restaura-dores erinnert rundum an die gewonnenen Schlachten, die die Krone gegen Spanien sicherten.

„Café a Suiça“ und „Café Nicola“ in der Baixa oder „Café A Brasileira“ sind noble Verweilstationen. Port-wein mit Schinken und Käse im „Solar do Vinho do Porto“ und frugales Essen im Restaurant der „Casa do Alentejo“. Übernachten am besten in einem der Hotels der Innenstadt, z.B. auch „Pensão Residential Gerês“ (einfach eingerichtet aber inmitten des Stadtlebens, Tel. 213 464 197).

 

Mértola

42, 124, 133, 135-136, 163-164, 192

Castelo und Festungsmauern auf einem Felssporn über dem Zusammenfluss der Rios Oeiras und Guadiana; Kirche auf der Basis einer islamischen Moschee, noch mit Mihrab und Hufei-senbögen; Torre Couraça, Torre de Relógio, Centro de Estudos Islámicos; außerhalb: Ermida de São Barão, Flussmühle Alferes, Flusshafen Pomarão, Convento de São Francisco.

Eigens wegen Schonbergs Ernennung zum Conde zur Grafschaft ernannt worden, doch weiß heute niemand mehr davon.

Essen im „A Esquina“ (Tel. 286 611 081, ca. 10 €), noch besser 10 km auf der 265 nach Moreanes im „Alentejo“ (Tel. 286 655 133), das man nicht eigens anpreisen muss. Übernachten im „Beira Rio“, am Fluss gelegen (Tel. 286 611 190, ca. 50 €)

 

Monsaraz bei Reguengos

42, 145

Burgberg mit eingeschlossenem kleinen Dorf und Außenbastionen über einer weiten Ebene nach Norden und dem gestauten Guadiana beim Blick nach Süden. Der verwinkelte Kern ist im Stil des 17. Jhdts. Erhalten geblieben. Kulturen von Oliven und Wein (z.B. 700 Jahre ale Herda-de de Esporão)

Alter megalithischer Siedlungsplatz. Jetzt wieder Domäne der Spanier, aber nur als Touristen.

Für die Estalagem Monsaraz, ein wunderbarer Übernachtungsort, ist Reservierung geboten (Tel. 266 557 112, ca. 90€). Essen am besten auch in der Estalagem.

 

Morão

31

Burg und angebaute Kirche mit großem Burghof über der Stadt, in den sich in bedrängten Zei-ten die Bewohner zurückziehen konnten; reizvolle Unterstadt mit intaktem Dorfkern und pres-tigeträchtigen Kaminen und Wetterfahnen. Heute vom Alqueva-Stausee fast vollständig umge-ben – eine Attraktion oder nicht? Ausflüge zum Stausee und Bootsfahrten, Museum im neuen, dem alten Ort nachgebauten Luz.

1657 von den Spaniern eingenommen.

Gut und zugleich preiswert essen bei „D. Pipas“ (z.B. „Bacalhau Tel. 266 586 788) oder „Bragança“ (Tel. 266 586 356), übernachten im „Solar de S. Bento“ (Tel. 266 586 798, ca. 60 €).

 

Moura

81, 131, 133, 209

Stimmungsvolle Castelo-Ruine in einer Grünanlage. Mouraria, die von maurischer Vergangen-heit zeugt. N.a Senhora da Assunção mit alten Grabmälern. Carmo-Klosterkirche und Kreuz-gang. Olivenölmuseum. Etwas außerhalb: Römische Ausgrabungen von Pisões.

Übernachten in der Pensão Residential Alentejana (Tel. 285 250 080, lohnende ca. 40 €). Essen: Bei ländli-chen petiscos und einer Flasche Wein aus der Region sitzt man gut und gern in der „Lanterna Verde“ in der Fußgängerzone.

 

Olivenza (E)

67

Kastell mit Hauptturm und in der Nähe Kirche Sta. Maria des Castillo (Kreuzgewölbe, gotischer Flügelaltar) und manuelinische Kirche Sta. Maria Magdalena. Kapelle des Hospital de la Caridad. Rathaus im Palacio de los Duques de Cadaval (in manuelinischer Prachtarchitektur). Kavallerie-kaserne, Stierkampfarena. Ethnographisches Museum in der alten „Panaderia del Rey“. Lauschi-ge Straßenwinkel. Ruine der Ajuda-Brücke am Guadiana.

Templergründung. 1607 von den Spaniern besetzt und 1801 engültig (?) an sie verloren.

Über-nachten im „Heredero“ ca. 20 km an der Straße nach Badajoz, (Tel. 924-49 08 35, 3 Sterne), essen im „Al-cañices“ (Colón 3, Tel. 924-49 15 70)

 

Ouguela

65, 78, 145

Verwunschen wirkende Burganlage (am Zusammenfluss von Abrilongo und Xévora) mit Fried-hof und ein paar Häusern drumherum. Über dem Xévora die Ermida da Enxara. Die Zeit scheint hier stehen geblieben zu sein.

Festung aus dem 17. Jhdt. ging durch Verrat an Spanien, wurde aber wieder zurückerobert. Der Übergang nach Albuquerque ist wieder möglich. Alte Schmugglergegend.

Am Flüsschen Xévora findet man ein wohltuend einfaches Café für Erfrischungen.

 

Paymogo (E)

133, 145

Restauriertes Kastell mit klassischem Grundriss und Pfarrkirche Sancta Maria Magdalena; Brü-cke über den Fluss Chança (2008 noch im Bau) nach Portugal (Sao Marcos; von dort aus weiter nach Mértola oder Serpa)

1666 von Schonberg selbst eingenommen. Das Kastell beeindruckt durch seine regelmäßige Geschlossenheit, die Kirche durch ihre mächtige Fassade; innen ist sie eher schlicht. Das abge-legene, kompakte Dorf war bisher im Dornröschenschlaf; Belebung durch neue Brücke über den Chança und bessere Verbindung zwischen Spanien und Portugal (Nr. 499 auf spanischer Seite).

Die köstlichen Gurumelos (endemische Pilzart Amanita ponderosa) werden – nur im Frühjahr – mit Eiern gut zubereitet im Hostal Paymogo, bald nach dem Ortseingang rechts. Ein Teller, der für zwei Personen reichen würde, kostet 15 Euro. Übernachten ebenfalls im Hostal möglich.

 

Portel

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Weltkulturerbe mit seiner prominenten Burg über dem Städtchen aus dem 13. Jahrhundert. Sitz einer cante-Gruppe (traditioneller portugiesischer Männer-Chorgesang). Capela de Sant’ António und Capela São Pedro (17. Jhdt.)

Lag nicht so sehr im Zentrum der kriegerischen Auseinandersetungen.

Ü im wunderschönen und stilvoll hergerichteten Landhotel „Refúgio da Vila“ (Tel. 266 619 010, 70-125 €), das auch eine Adega zum guten Essen betreibt. Essen auch im „O Montado“ (Tel. 266 088 608, 10 €).

 

Puebla de Guzmán (E)

132

Ein sehr typisches Städtchen im Andévalo mit ruralem Gepräge, Pferdekultur und Brauchtum.

Von Schonberg 1666 eingenommen. Vor der Kirche oben stand er mit gezücktem Degen und hinderte seine Leute daran, sie zu plündern. Die Burg stand einmal ganz oben, wo heute ein kleiner Dorfplatz mit Ausblick aufs Land angelegt worden ist.

Übernachten im „Rincon del Andévalo“* (Tel. 959 386 221)

 

Redondo

90-91, 145

Von Burgruine überragt. Intaktes altes Stadtbild mit sowohl herrschaftlichen als auch sehr einfa-chen Häusern; Museu Regional do Vinho. Igreja da Misericórdia mit manuelinischem Chor.

Im Durchzugsgebiet der beiden Heere gelegen.

Übernachtung evtl. im „Hotel Convento de São Paolo“ (Tel. 266 989 160, 160-260 €) auf halbem Weg nach Estrémoz in der Serra de Ossa (auch João IV. hielt sich hier schon auf).

 

Sanlucar de Guadiana (E)

8, 134-135, 145, 163, 222

Lage am Guadiana gegenüber Alcoutim mit von dort ansteuerbarer Bootsanlegestelle. Die 1641 von Jerónimo Ró, dem damaligen andalusischen Militärgouverneur angelegte Wehranlage um die Pfarrkirche herum, ist heute kaum noch nachvollziehbar, da komplett überbaut. Nur im Südwesten stehen noch einige hohe Wälle, nun weiß getüncht und mit Häusern zugebaut. Hoch oben über dem Dorf, vom breit fließenden Guadiana sanft umfangen, ist die danach (ca. 1660) errichtete und 1666 von Schonberg eingenommene Festung San Marco noch relativ gut erhalten, da archäologisch frisch erschlossen und restauriert. Von unten wirken die Wehrmauern recht flach; die Außen¬mauern sind auch nicht wirklich hoch, bieten aber dadurch wenig Angriffsfläche.

Die Anlage mit umständlichen Zugangsmöglichkeiten durch die Vorbauten hindurch zum einzi-gen Tor ist in Nord-Süd-Richtung gestreckt. An den vier Ecken sind Rundtürme integriert, von denen aus die Seiten beobachtet werden können, doch sind an einigen Seiten auch Schanzen mit leicht nach unten geneigter Oberfläche zur Ablenkung von Geschossen vermutlich später hin-zugebaut worden, als das System Vauban sich überall durchsetzte. An der Mauerinnenseite be-finden sich durchgehend erhöhte Umläufe, um die Schießscharten bedienen zu können. Der Innenhof ist zweigeteilt in Mannschaftsräume (mit Pferdestallungen) im südlichen Teil und ei-nem etwa gleich großen Komplex von Einzelräumen, die wohl den Offizieren der Garnison im Nordteil vorbehalten waren. Dort ist ein recht tiefes, mit Kompaktziegeln ausgekleidetes Becken eingelassen (Bad oder zusätzliche Regenwasser-Zisterne?). In der Nordmauer ist offenbar eine Gefängniszelle erhalten, mit Beobachtungsmöglichkeit durch ein Gitter von oben her.

Einfaches Restaurant und Café unten an der Bootsanlegestelle. Übernachten in einer Finca „Cortijo Los Milla-res“** (Tel. 959 485 415) oder gegenüber (mit Taxi-Boot übersetzen lassen) in Alcoutim in der modernen Estalagem Guadiana (Tel. 281 540 120, ca. 70€) etwas flussaufwärts.

 

Serpa

42, 124, 131, 133, 161, 178, 226

Übersichtliches, ummauertes altes Städtchen. Ficalho-Palast mit Aquädukt auf der Stadtmauer, intimer Stadtplatz, gut geordnetes ethnographisches und ein privat betriebenes Uhren-Museum. Etwas außer- und oberhalb Kapelle der N.a Senhora de Guadeloupe (bei der Pousada São Gens).

Essen im „Molhó Bico“, in der „Cervejeria Lebrinha“ oder im „A Tradição“. Übernachten in der „Casa de Serpa“ (Tel. 284 549 238, ca. 60 €) oder Casa da Muralha (Tel. 284 543 150, 65 €), beide bequem in der Innenstadt.

 

Valéncia de Alcântara (E)

111

Auf einer gewaltigen Graniterhebung gelegen. Eines der besterhaltenen gotischen Viertel Spa-niens. Kirche Roquemador mit Morales-Gemälde in der Sakristei und seltsamem Barockaltar. Kirche de l’Encarnacion. Megalithisches Zentrum mit unzähligen Dolmen. Naturgeschützte Sierra de San Pedro (fast menschenleeren Gebirgs- und Jagdlandschaft).

1664-68 von Portugiesen besetzt.

Jugendherberge. Übernachten im Hotel „Iberica“* (Tel. 927 580 150, ca. 50 €). Essen ist in Spanien nirgends ein Problem, z.B. im Restaurante „El Clavo“, Tel.: 927 580 268

 

Vila Viçosa

19-20, 42, 74, 76-77, 87, 100, 108, 110-113, 115, 118, 121-122, 124, 128, 160

Sitz der Herzöge von Bragança. Paço Ducal im Stil der italienischen Renaissance um 1500 unter dem unglückseligen D. Jaime erbaut . Castelo mit archäologischem Museum, Igreja N.a Senho-ra da Conceição und Park. Igreja do Convento dos Agostinhos mit Herzogsgräbern (die Kö-nigsgräber sind in Lisboa). Umliegend Marmorbrüche; auf dem Weg dorthin Blick auf das Schlachtfeld vom Alto de Vigaria aus.

1665 von den Spaniern vor der Schlacht von Montes Claros um ein Haar eingenommen.

Essen hier eher nicht. Übernachten allenfalls in der Pousada (Tel. 268 980 742) oder im „Solar dos Mascaren-has“ (Tel. 268 886 000, 70-125 €).