2.1           Wir-Bezogenheit

Wir sehen im ernüchternden Vergleich mit der Realität: Integration ist unter der Hand zu einem durchaus wohl und anspruchsvoll klingenden Zauberwort geworden. Es besagt und bewirkt Einreihung in eine Gemeinschaft, die gemeinsame Normen und Vorstellungen teilt. Diese werthaltigen Kategorien ermöglichen Verständigung und formen menschliche Kultur. Die Anerkennung von Normen bindet in eine Gemeinschaft ein und geteilte Normen geben ein Gefühl für Sicherheit und bewirken, dass gegenwärtige Beziehungsmuster erhalten bleiben. Integration als Zauberwort spricht die Seite in uns an, wo wir uns von anderen nicht abheben wollen, wo wir so sein wollen wie alle anderen. Die Schattenseite von Integration ist, dass sie im Widerspruch steht zu dem gleichzeitig vorhandenen Wunsch in jedem von uns, so zu sein, wie kein anderer und dass Normen Menschen automatisch auch ausgrenzen.

 

2.1.1       Stabilität und Machterhalt

Appelle zur Integration sind nicht neu; ihrer bedienten sich früher gerne Stammeshäuptlinge und Sippenälteste, aber auch heute noch die Repräsentanten bestimmter Länder und der Nationalstaaten, kurz, alle, die für die Mehrheit einer Bevölkerungsgruppe stehen und ihre Macht durch Mehrheit legitimieren wollen. Wenn sich alle unter ihren Normen und Vorstellungen versammeln, so die Rechtfertigung, gibt dies ein stabiles Gefühl und macht stark zum Handeln. So lässt sich im Zweifelsfall dann sagen „Mir san mir“ oder „Mir san immer no’ de Mehreren“, rhetorisch auch „Ja, wo samma denn?“ oder bis 1998 „Wenns aich bei uns net basst, dann geht’s doch rüber in die DDR“. Kommen diese anderen aber zu uns mit unserem urgesunden Wir-Gefühl, sollten sie schon vorher einmal symbolisch einen Hut grüßen oder sich wenigstens mit unserer Leitkultur einverstanden erklären. So einfach geht das.

 

2.1.2       Ein- und Ausschließen als Erkenntnisfunktion

Solches Herrschaftsgebaren trifft sich mit einem weit verbreiteten Ordnungsdenken, das Vorfindliches und Gegebenes nicht einfach in seiner bunten Vielfalt und Vieldeutigkeit belassen will, sonder immer entscheiden möchte, ob es in eine bestimmte Kategorie, sprich Schublade, gehört oder eben nicht, ob es eingeschlossen werden kann, oder ausgeschlossen bleiben muss. Dies ist aber im Grunde ein Gewaltakt, den man an der vielgestaltigen und vieldeutigen Welt verübt. Die Gewalttäter haben sich jedoch zu früh gefreut; auf sie lauert ein Teufelskreis.

 

2.1.3       Herrschen durch Ordnen – Chaos schaffen

Je mehr sie durch Ordnungsanstrengungen herrschen wollen, um so mehr müssen sie zwangsläufig ausschließen. Je mehr darauf hin verstärkt Einordnungsversuche erfolgen, immer nach dem dümmlichen Problemlösungsprinzip „Mehr vom Selben“, um so größer wird die Unordnung, ja das Chaos. Ein Gärnter, der nur bestimmte, von ihm gewünschte Pflanzen hochziehen möchte, erntet nicht nur diese, sondern hat auch viel Abfall in seinem Sinne, das er „Unkraut“ nennt. Den Abfall bei enger ideologischer Ausrichtung nennt man „Dissidenz“, den von Glaubensvorgaben nannte man „Häresie“ und verbrannte ihn. Den Abfall bei der durchwegs gewaltsamen Errichtung der Nationalstaaten des 19. Jahrhunderts in Europa nennt man „Fremdheit“, Fremdheit, die bis heute noch Völkerschaften und regionalen Gruppen zu schaffen macht.

 

2.2           Ich-Bezogenheit

Kommen wir zum Gegenstück von Wir-Bezogenheit, zur Ich-Bezogenheit, zum gleichzeitig vorhandenen Wunsch, so zu sein, wie kein anderer, eben ganz einmalig in unserer Persönlichkeit und unseren Verhältnissen. Auch dazu gibt es ein rührendes christliches Wunschbild: Gott, der einen jeden von uns mit Namen gerufen habe. Immerhin kann aus diesem transzendenten Bezug die Würde des Menschen (letztlich aber auch jeden Rindviehs) abgeleitet werden.

 

2.2.1       Dialektik von Selbstannahme und Annehmen können

Dabei erscheint es heilsam, an einen weiteren Zusammenhang zu erinnern, der uns alle ein Leben lang umtreibt. Er wurde den ersten Christen schon mit auf den Weg gegeben und er wurde von der modernen psychologischen Bindungsforschung vielfach bestätigt: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ will besagen, „Nimm dich selbst an, dann wirst du auch die dir Nächsten lieben können“, - wobei es dann bis zur Feindesliebe immer noch genug heroische Selbstentwicklungsarbeit geben dürfte. Wie ich mich selbst und zwar ganz annehmen kann, also in meiner ganzen Widersprüchlichkeit, wenn ich nicht zuvor die basale Erfahrung machen durfte, dass andere mich so wie ich bin angenommen haben und weiter annehmen, ist die große, die entscheidende Frage. Doch ist jedem einsichtig, dass es sich angesichts desolater Verhältnisse in vielen Familien eher um eine Gnade, ein Geschenk, oder ein Massel handeln dürfte. Mindestens eines stummen Zeugen bedürfte es, um aus einem abgelehnten und vernachlässigten Kind keinen ablehnenden und andere vernachlässigenden Erwachsenen werden zu lassen.

 

2.2.2       Das Selbstwertgefühl und seine Kompensationsformen

Bei der Analyse der Täterprofile von rechtsextremistischen Jugendlichen ergeben sich immer wieder übereinstimmende Muster. Der einzelne Jugendliche, meist männlich, in allem ein wenig zu kurz gekommen und im sozialen Prestige weiter unten rangierend, hat ein schlechtes Bild von sich selbst, traut sich wenig zu und fürchtet aus leidvoller Erfahrung, wenig wert zu sein. Dieses fürchterliche Unwertgefühl wird typischerweise überspielt, indem er sich an Gruppen und deren Idolen aufbaut, die dem Großes versprechen, der sich kritiklos einreiht und am Großen mitarbeitet. Das einzige, womit sich so ein Mensch noch von anderen Menschen glaubt abheben zu können, ist die Tatsache, ein Deutscher zu sein – und andere eben nicht. Es ist das bleibende Verdienst von Alfred Adler, auf biografische Schicksale dieses Minderwertigkeitsgefühls hingewiesen und dessen vielfache, oft schädliche  Kompensationsmöglichkeiten erkannt zu haben. Das beginnt beim oft noch harmlosen Bad im Hexenkessel eines „richtigen“ Fußballstadions, hat zu tun mit dem Aufsaugen der vielen rücksichtslosen Gewaltfiguren in den schamlosen Bildmedien und endet manchmal in kollektiv begangenen Gewalttaten.

 

2.2.3       Individualisierung als Chance und Gefahr

Unsere autoritäre, obrigkeitsstaatliche und faschistische Geschichte des 20. Jahrhunderts hat – sattsam bekannt – viel Leid über die Menschen gebracht und bietet heute eine Menge Stoff und Anlass für jugendliche Provokationen. Die meisten von uns haben jedoch eingesehen, dass alte Sprüche verbraucht sind wie „Du bist nichts, dein Volk ist alles“, „Ein Volk, ein Reich, ein Führer“, oder auch „Am deutschen Wesen soll die Welt genesen“. Da ärgert es schon sehr, wenn 1980 Geborene sich ermutigt fühlen, solchen Unsinn immer noch auf ihre nachgebastelten Reichsfahnen schreiben, durch die Straßen zu skandiern oder in die Leserbriefspalten oder Homepages des Internets hineinzustellen.

Ist aber, so ist zu fragen, der heute aus verschiedenen Quellen gespeiste blanke Individualismus, der Nutzen abwägende Blick, das marktkonforme, aalglatte Verhalten eine attraktive Alternative für unsere Jugend? Der gewaltige Schub an Wachstum und Wohlstand der Nachkriegszeit – eine selbstverständliches Element für diese wie das Wasser für den Fisch – fördert andere Werte zu Tage als in Zeiten von Krieg und Nachkriegsnot. Wir beklagen heute das Anspruchsdenken, die Konsumhaltung und die vielen Ego- und Ethnozentrismen, derer wir nicht mehr Herr werden können. Aber es war auch das Versprechen auf gleiche Zugangschancen und auf wachsenden Wohlstand, mit dem sich der junge westdeutsche Staat die Loyalität seiner Bürger und ihrer Gruppierungen erkauft hat. Nun erweist sich ein Mangel an echten Identifikationsangeboten, wenn den alten Versprechungen der Boden entzogen ist. Man sollte sich über die vielen genannten „Ismen“ nicht moralisch entrüsten, sondern einsehen, dass sie einer inneren Ausrichtung der Menschen entsprechen, mit denen unser Wirtschaftssystem am besten fuhr und fährt. Nur noch wenige finden eine Reklame abstoßend, bei denen ausgerechnet ein Schwarzer mit Bürstenhaarschnitt groß den Mund aufreißt und ausstößt „Ich will alles – sofort!“. Aber es ist auch niemand mehr zu Konsumverzicht bereit im Zeitalter der Schnäppchenjäger, Glückslos-Ritter und Einkaufsparadiese auf der Wiese vor der Stadt.

 

2.3           Die rechte Balance von Einreihen und Ausscheren

 

2.3.1       Integration muss und kann nicht zu weit gehen

Ehe wir uns emotional vergaloppieren: Es kommt, wie bei so Vielem immer auf die rechte Balance an, auf ein situationsangepasstes Mischungsverhältnis an So-sein-wollen-wie-alle-anderen und So-sein-wollen-wie-kein-anderer. Eine solche ausbalancierte Identität kann innerhalb einer Person immer wieder gelingen, aber auch misslingen und Probleme bereiten. Ähnliches lässt sich auch zu unserem Thema der sozialen Integration sagen. Überzogene Integrationsbemühungen stoßen - man möchte sagen glücklicherweise - an natürliche Grenzen. Sehen Sie: Auch die Menschen in einer Wir-Gruppe sind untereinander verschieden. So kann man dann auch nicht verlangen, dass Personen, die in eine Gruppe neu integriert werden sollen, hinterher zu den Alteingesessenen weniger Unterschiede aufweisen, als diese vorher schon untereinander hatten. Ein Japaner braucht das „r“ der hochdeutschen Sprache nicht besser sprechen können als „ne Kölsche Jung“. Es würde an Heuchelei heran kommen, wenn von Menschen aus anderen Ländern und Kulturen mehr und Besonderes verlangt würde als das, was eingesessene Deutsche zu geben und zu leisten bereit wären: Viele Deutsche erlernen ihre Muttersprache nie richtig, ihre politischen Führer können nicht immer mit dem Grundgesetz unterm Arm herumlaufen, ausgeprägte Toleranz konnte man Deutschen auf breiter Grundlage noch nie bescheinigen und mehr als Lippenbekenntnisse zur „christlich-abendländischen Wertordnung“ sind nicht zu erwarten; wer richtet sich in seiner konkreten Lebenskultur schon bewusst danach...?

 

2.3.2       Pendelmechanismus Integration – Desintegration

Jede Zunahme an Ausdifferenzierung in einer Gruppe oder Gesellschaft (Lebensstile, Arbeitsteilung, Vielfalt der Meinungen, Dezentralisierung von Verwaltungseinheiten usw.) verlangt andererseits mehr Integrationsmaßnahmen. Je größer und komplexer soziale Gebilde sind, um so prekärer wird die Austarierung des Pendels zwischen notwendiger Integration und erwünschter Desintegration. Man kann an der Integrationsschraube zu viel drehen. Je mehr das funktionale Optimum überschritten wird, um so mehr kann es zu Absetzbewegungen kommen, zu autonomen Abspaltungen, Regionalkulturen und Sonderwegen. Man erinnere sich nur, was die Bemühungen um eine vereinheitlichte neue Rechtschreibung in unserem Lande zum Vorschein gebracht hat – vom Verhältnis Aufwand und Ertrag ganz zu schweigen. Wer an Selbstverständlichkeiten rührt, weckt schlafende Hunde ...

 

2.3.3       Integration bedeutet Wandel auf beiden Seiten

Sowohl aus der Perspektive der Aufgenommenen als auch des aufnehmenden Systems ist mit Integration sozialer und kultureller Wandel angesagt. Einstellungen und Verhaltensgewohnheiten können weder bei den Integrierten noch bei den Integrierenden so beibehalten werden wie zuvor. Hat sich früher noch Gerhard Polt über „Leberkäs Hawaii“ als unstatthafte Zubereitungsvariante bayerischer Traditionskost mokieren können,  so denkt sich heute – letztlich auch im Zuge der BSE-Krise – kein gestandener Bayer mehr etwas dabei, seine Freundin in ein Sushi-Lokal einzuladen oder schon gar nicht, seine Kinder mit US-amerikanisch geprägtem Fastfood – Variante Chicken Nuggets - zu erfreuen. Seltsam berührt auch, dass Deutsche als Weltmeister des Ferntourismus „Eintauchen in fremde Länder, andere Lebensstile und Kulturen“ (Studiosus), beim Auftauchen deren Angehöriger bei uns zu Lande jedoch in Panik verfallen und „Ausländer raus“ schreien. Jedenfalls könnten Reisekontakte, wenn sie nicht nur so halbherzig gemeint und so folkloristisch banalisiert und entschärft wären, eingefleischte Gewohnheiten aufweichen. Reisen galt vor längerer Zeit den gehobenen Schichten, aber auch den Handwerksburschen, als die Form der Bildung im Sinne der Anverwandlung von Welt. Und: Der Fremde im eigenen Land genoss schon einmal heiliges Gastrecht, wurde behandelt, als ob, der Legende entsprechend, der Herrgott selbst in Menschengestalt durch die Lande zöge und die Herzen prüfte.

 

2.4           Die prinzipielle Lösung: Toleranz und multiple Persönlichkeit

Das Zauberwort, das aus dem zuvor geschilderten Dilemma und den beklagten Verhängnissen herausführt, heißt „Toleranz“, denn Toleranz heißt Eingliedern, also Integrieren, aber Integrieren unter Zulassung von Verschiedenheit. Toleranz heißt somit auch, die damit verbundenen Spannungen aushalten zu können und Geduld mit Konfliktlösungen zu haben, die kreativer sein sollen als bisherige, oft unzulängliche Versuche.

 

2.4.1       „A und B“ statt „A oder B“

Um dies besser zu begründen, müssen wir nochmals auf die Wirksamkeit von Normen zurückkommen. Im zwischenmenschlichen Umgang treten die eigenen Normen mit denen des anderen in Beziehung. MARGARETE: "Nun sag, wie hast du's mit der Religion? Du bist ein herzlich guter Mann, Allein ich glaub, du hältst nicht viel davon." FAUST: "Laß das, mein Kind! Du fühlst, ich bin dir gut ..." Wenn solchermaßen die eigenen Normen in Frage gestellt werden, kann dies Angst auslösen, was wiederum zur Abwehr – aber nun eben nicht nur dieser Angst, sondern gleich der ganzen angstmachenden Beziehung führen kann. Durch Manipulation des Beziehungspartners wird dann versucht, im eigenen „Normgleichgewicht“ zu bleiben. Der andere soll dazu gebracht werden, durch Angleichung seines Normsystems an das eigene die Bedrohung und Angst aufzulösen. Ablesbar ist dies an fixierten Rollenzuschreibungen, gegenseitigen Schulzuweisungen, projektiven Feindbildern oder eben auch überhöhten Idealen, Idolen.

Eine große Herausforderung an unser tradiertes Denken steht uns ins Haus, einem bisherigen Denken in sich ausschließenden Gegensätzen, „A oder B“. Bisher konnte gesagt werden „Fremde erkenne ich daran, ob sie von mir verschieden oder gleich sind“. Nun könnte sich ein Denken durchsetzen, das konstatiert, dass Fremde „ teilweise von mir verschieden und teilweise mit mir übereinstimmen“. Würde sich dieses glecih-gültig gelten lassende „und“-Denken noch mehr verbreiten können, könnten sowohl „rassistische“ (Unterschiede betonende, ethnozentrische) als auch „scheinliberale“ (Unterschiede verneinende, multikulturelle) Extrempositionen in den öffentlichen Debatten eingedämmt werden.

Erst die Relativierung und Infragestellung eigener Normen führt zu Beziehungswachstum, ermöglicht „Ich und Du“ zu sagen und bietet Schutz durch Aufgenommensein. Nicht durch angstvolle Abwehr der Beziehung sondern durch Beziehungsaufnahme und mutige Selbstöffnung kann dieses Ziel am besten erreicht werden.

 

2.4.2       „Ich kann so und so sein“ statt „Ich bin so und nur so“

Bemühen wir uns also zusammen um ein Verständnis, das man kosmo-politisch nennen könnte. Der entscheidende Unterschied zum alten, ausgrenzenden Denken oder zum extremen Gegenteil, einer „Multi-Kulti-Euphorie“, sollte verstanden werden. Jeder einzelne von uns muss und kann gleichzeitig Mitglied verschiedener Gruppen und Lebensbezüge sein. Jeder ist in seiner Person Teil verschiedener sozialer Einheiten und dort jeweils ein Eigener, nämlich aus seiner Herkunftsfamilie heraus, in seiner Partnerschaft und Familie, die er selbst gründet, bei seinen verschiedenen Loyalitäten Arbeitgebern gegenüber und in wechselnden politischen Bezügen. Ein solcher Mensch könnte ohne weiteres zu sich sagen „Ich bin Viele“ ohne gleich an einer Persönlichkeitsspaltung leiden zu müssen.

Demgegenüber ging der alte Denkansatz vom Kollektiven aus, das dem Individuum gewissermaßen vorgelagert oder übergestülpt sei. Dieser soziologische Grundansatz orientierte sind an Gruppen, die, ob verschiedenartig oder gleichartig, in jedem Fall aber gegeneinander abgegrenzt gedacht waren und die einzelnen Personen einbinden. Eine Verbindung zu anderen Individuen in anderen Verbünden konnte danach nur im „Dialog“ über die jeweiligen Gruppengrenzen hinweg aufgenommen werden.

Versammelt der Einzelne nun aber im von mir bevorzugten Verständnis verschiedene Identitäten in sich, kennt er sie als Verschiedenheit in sich, ist ihm Verschiedenheit außerhalb seiner selbst auch nichts Befremdendes oder gar Bekämpfenswertes mehr. Er hat im Umgang mit sich gelernt, im Konfliktfall Brücken zu schlagen, statt abzubrechen, Verschiedensprachiges zu übersetzen, statt zu verstummen, wenn er sich in Konfliktfeldern bewegt. Nochmals, mit anderen Worten: Selbstannahme als sich selbst teilweise Fremder und seine ganze innere Gestalt erst noch Suchender ist Voraussetzung zur Annahme des Anderen mit seinen mir teils fremden, teils vertrauten Eigenheiten.