Einstimmung und Kurzfassung
 
Manchem wird es schon seltsam vorgekommen sein, wenn er, im Zug zwischen München und dem Allgäu sitzend, bei Bahnkilometer 47.0 drei große, dunkle Steinmonumente mit eingefassten Flächen davor an sich vorbeihuschen sah. Er konnte gerade noch die Davidsterne am oberen Ende wahrnehmen und wird sich gefragt haben, was hier wohl geschehen sein mag.

Eine jetzt erst vollständig entzifferte und übersetzte Inschrift würde ihm sagen, dass hier "die Gebeine von heiligen und reinen Menschen" ruhen, "die nach schweren Folterungen am Tage der Befreiung", am 27. April 1945 getötet wurden.

In dieser Schrift wird näher ausgeführt, dass und wie an dieser Stelle bei Schwabhausen 170 von über 3.000 zwangsevakuierten, kranken KZ-Häftlingen, fast durchwegs Juden, in oder bei ihren Güterwaggons durch Beschuss von Fliegern oder von Wachposten ums Leben gebracht wurden. Darüber hinaus stellt sich die Frage, wie die Bevölkerung eines kleinen, oberbayerischen Dorfes früher und heute mit dieser schrecklichen Tragödie umzugehen vermochte beziehungsweise vermag.

Inhaltsübersicht

1.    Schwabhausen galt als "Schwarzes Nest“

2.    Die letzten Kriegstage im Dorf

3.    Die Beschießung des Transportzuges mit todkranken Juden

3.1.    Zur Vorgeschichte

3.2.   Rekonstruktion des Angriffs

3.3.   Weitere Schicksale einiger Flüchtender

3.4.   Plünderung des Materialzuges und erzwungene Hilfestellungen für die Überlebenden

3.5.   Schwabhausener begraben die toten Juden

4.    Die Situation in Machelberg

5.    Die Situation in der Dampfsäge

6.    Dr. Grinberg und die Situation im Kloster St. Ottilien

7.    Reserve-Lazarett und KZ-Friedhof St. Ottilien/Eresing

8.    Die Umstellungen nach den Kriegshandlungen

9.    Zur Vergangenheitsbewältigung und zu den Grabmälern

10.   Gedenkansprache genau 40 Jahre danach

11.   Gedenkansprache genau 50 Jahre danach

12.   Quellenangaben
 
 
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